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Spätzle

ct_spaetzle Die Herkunft der Spätzle 

Spätzle bilden mit der Laugenbrezel und der Maultasche das Triumvirat der schwäbischen Küchenheiligtümer. Sie sind die Nationalgerichte schlechthin.
Ohne Spätzle läuft eigentlich in der schwäbischen Küche gar nichts. In Spätzle nur eine Beilage zu sehen, würde ihnen nicht gerecht. Eher ist das, was es zu den Spätzle gibt, als solche zu verstehen. Sie gehören zum klassischen schwäbischen Sonntagsessen: gemischter Braten und Kartoffelsalat. Man isst sie mit Rostbraten und mit Wild, sie gehören zu Linsen, zum Sauerkraut, sie schmecken köstlich als Allgäuer Kässpätzle und natürlich im schwäbischen Eintopf, der "Spatzensuppe mit Kartoffelschnitz", wie er in den Kochbüchern des 19. Jahrhunderts heißt. Diese harmonische Vereinigung von Spätzle mit Kartoffelschnitz und Siedfleisch kennen wir heute als "Gaisburger Marsch". Ein Name, der also noch gar nicht so alt ist. Vor dem Ersten Weltkrieg erhielten die Soldaten abends lediglich ein Laible trockenes Brot. Ihre Frauen und Mütter mussten ihnen zusätzlich eine Suppe in die Kaserne bringen. Der Wirtin des Wirtshauses "Bäckerschmiede" in Gaisburg, heute ein Stadtteil Stuttgarts, taten die jungen Männer Leid. So wird erzählt, dass die Soldaten der nicht allzu weit entfernten Stuttgarter Bergkaserne regelmäßig im Gleichschritt nach Gaisburg marschierten, um von der herzensguten Wirtin mit diesem kräftigen Eintopf verwöhnt zu werden - einer Suppe, die sie aus den Resten des Tages, eben Spätzle, Kartoffeln und Fleisch, zusammenbraute. Eine andere Version dieser Überlieferung sagt, es hätten nur die Offiziere dieser Kaserne das Privileg gehabt, auswärts - also in der "Bäckerschmiede" - diesen Eintopf zu essen. Dafür meldeten sie sich regelmäßig beim Diensthabenden zum "Gaisburger Marsch" ab.

Quelle:  Knittel, Elke/Maurer, Rolf: Spätzle, Maultaschen & Co., Stuttgart: Verlag Eugen Ulmer GmbH & Co., 2003, ISBN 3-8001-3877-8  (Buch hier bestellen)


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